
Die kognitive Verhaltenstherapie ist ein wissenschaftlich fundiertes Psychotherapieverfahren, das davon ausgeht, dass Gedanken, Gefühle und Verhalten eng miteinander verbunden sind. Belastende Erfahrungen können dazu führen, dass sich ungünstige Denk- und Verhaltensmuster entwickeln. In der Therapie geht es darum, diese Zusammenhänge zu verstehen und neue, hilfreiche Strategien für den Umgang mit Herausforderungen zu entwickeln.
Zu Beginn wird gemeinsam betrachtet:
Welche Situationen belasten?
Welche Gedanken und Gefühle treten auf?
Welche Reaktionen helfen kurzfristig, erschweren aber langfristig die Situation?
Welche Stärken und Ressourcen sind bereits vorhanden?
Darauf aufbauend werden individuelle Ziele entwickelt und konkrete Schritte für den Alltag erarbeitet. Ein wichtiger Bestandteil der Verhaltenstherapie ist das praktische Ausprobieren und Üben, zum Beispiel durch Übungen, Rollenspiele, Verhaltensexperimente oder Entspannungsverfahren.
Neben klassischen verhaltenstherapeutischen Methoden kommen auch moderne Ansätze zum Einsatz, beispielsweise achtsamkeitsbasierte und akzeptanzorientierte Verfahren. Ziel ist es nicht nur, aktuelle Belastungen zu reduzieren, sondern Kinder und Jugendliche dabei zu unterstützen, langfristig hilfreiche Fähigkeiten im Umgang mit sich selbst und schwierigen Situationen zu entwickeln.
Verhaltenstherapie kann Kinder und Jugendliche dabei unterstützen, wenn psychische Belastungen den Alltag, die Schule, Beziehungen oder das eigene Wohlbefinden beeinträchtigen. Unter anderem kann sie hilfreich sein bei:
- AD(H)S und Schwierigkeiten mit Aufmerksamkeit, Impulskontrolle oder Organisation
- Problemen im sozialen Miteinander oder im Verhalten
- Depressive Störungen
- Tic-Störungen
- Schwierigkeiten im Umgang mit Gefühlen (z. B. starke Wut, Rückzug, Unsicherheit)
- Essstörungen (Magersucht, Bulimie)
- Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS)
- Ängsten (z. B. Trennungsangst, soziale Ängste, Phobien, Schulängste)
- Störungen des Sozialverhaltens
- Zwangsstörungen
- Emotionale Belastungen im Kindesalter
- Selbstverletzendes Verhalten
- Körperliche Beschwerden ohne ausreichende organische Ursache


Je nach Alter, Persönlichkeit und Anliegen des Kindes oder Jugendlichen kommen unterschiedliche verhaltenstherapeutische Methoden zum Einsatz. Die Übungen werden immer individuell angepasst und gemeinsam entwickelt.
- Ängste bewältigen: Durch schrittweise Übungen lernen Kinder und Jugendliche, sich schwierigen Situationen wieder sicherer zu stellen und mehr Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu entwickeln.
- Gedanken verstehen und verändern: Belastende Gedanken werden erkannt und überprüft. Gemeinsam werden hilfreichere Sichtweisen und neue Lösungswege entwickelt.
- Neue Erfahrungen sammeln: Durch Verhaltensexperimente können neue Strategien ausprobiert und eigene positive Erfahrungen gemacht werden.
- Sicherer im Umgang mit anderen werden:Soziale Kompetenzen wie Kommunikation, Konfliktlösung und der Umgang mit schwierigen Situationen können gezielt geübt werden.
- Entspannung und Stressregulation: Methoden wie Atemübungen, Fantasiereisen oder andere Entspannungstechniken helfen dabei, Anspannung besser wahrzunehmen und zu regulieren.
- Selbstvertrauen stärken:Eigene Stärken werden entdeckt und weiterentwickelt. Ziel ist es, mehr Sicherheit im Umgang mit Herausforderungen aufzubauen.
- Übungen für den Alltag: Neue Fähigkeiten werden nicht nur in der Therapie besprochen, sondern Schritt für Schritt im Alltag erprobt und gefestigt.
